Die kurze Antwort vorweg
Sitzt hinter Ihrer Windschutzscheibe eine Kamera für Fahrerassistenzsysteme (ADAS), muss diese nach jedem Scheibenaustausch neu kalibriert werden — das ist keine Kür, sondern Voraussetzung dafür, dass Spurhalte-, Notbrems- und Verkehrszeichenassistent wieder korrekt arbeiten. Je nach Fahrzeug läuft die Kalibrierung statisch (mit einer Zieltafel in der Werkstatt) oder dynamisch (per Probefahrt) ab, bei manchen Modellen auch als Kombination aus beidem.
Die gute Nachricht: Bei GT Autoglas ist die ADAS-Kalibrierung fester Bestandteil des Austauschs — auch mobil vor Ort — und wird zusammen mit dem Glasschaden über die Teilkasko abgerechnet. Wie das technisch funktioniert und worauf Sie achten sollten, erklären wir hier.
Was ist ADAS — und warum sitzt die Technik ausgerechnet in der Scheibe?
ADAS steht für Advanced Driver Assistance Systems, also Fahrerassistenzsysteme wie Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung oder adaptiver Tempomat. Bei den meisten Fahrzeugen mit solchen Systemen sitzt die zentrale Kamera direkt hinter der Windschutzscheibe, oben mittig im Bereich des Innenspiegels — dort hat sie freie Sicht auf die Fahrbahn und ist zugleich vor Witterung geschützt.
Genau das macht den Scheibentausch technisch anspruchsvoll: Wird die Scheibe ausgetauscht, verändert sich zwangsläufig die exakte Position und der Blickwinkel der Kamera minimal — selbst kleinste Abweichungen im Millimeterbereich reichen aus, damit die Kamera Abstände, Fahrspuren oder Objekte falsch einschätzt.
Statische vs. dynamische Kalibrierung — was ist der Unterschied?
- Statische Kalibrierung: Das Fahrzeug steht in der Werkstatt (oder beim mobilen Service auf einer geeigneten Fläche), vor ihm werden spezielle Zieltafeln in exakt vorgeschriebenem Abstand und Winkel positioniert. Die Kamera „lernt" anhand dieser Referenzpunkte ihre korrekte Ausrichtung neu.
- Dynamische Kalibrierung: Das System kalibriert sich während einer Probefahrt unter definierten Bedingungen (Geschwindigkeit, Fahrbahnmarkierungen, Verkehrssituation) selbst nach.
- Kombinierte Kalibrierung: Viele moderne Fahrzeuge verlangen beides nacheinander — zuerst die statische Grundeinstellung, dann eine bestätigende Probefahrt.
Welches Verfahren nötig ist, schreibt der Fahrzeughersteller vor — das lässt sich nicht pauschal für alle Modelle beantworten. Unsere Techniker prüfen das vor dem Austausch anhand der Herstellervorgaben für Ihr konkretes Fahrzeug.
Warum die Kalibrierung nach dem Austausch Pflicht ist
Nach § 40 StVZO müssen Scheiben und die durch sie hindurch arbeitende Sicherheitstechnik ordnungsgemäß funktionieren. Eine unkalibrierte oder falsch kalibrierte ADAS-Kamera kann Fahrspuren, Abstände oder Fußgänger falsch erkennen — im schlechtesten Fall reagiert der Notbremsassistent zu spät, zu früh oder gar nicht. Genau deshalb weist auch der ADAC ausdrücklich darauf hin, dass die ADAS-Kalibrierung nach jedem Frontscheiben-Wechsel zwingend dazugehört — unabhängig davon, ob der Tausch in der Werkstatt oder mobil vor Ort erfolgt.
Übernimmt die Versicherung die Kosten der ADAS-Kalibrierung?
Ja. Die ADAS-Kalibrierung ist bei einem versicherten Glasschaden kein separater Zusatzposten, sondern fester Bestandteil des fachgerechten Scheibenaustauschs und wird zusammen mit diesem über die Teilkasko abgerechnet. Sie zahlen in der Regel nur Ihre vereinbarte Selbstbeteiligung — Details dazu und zur Abrechnung finden Sie im Ratgeber Teilkasko bei Glasschaden und auf unserer Seite Autoglas-Kosten & Teilkasko. Als Selbstzahler besprechen wir die Kosten vorab transparent mit Ihnen.
So läuft die ADAS-Kalibrierung bei GT Autoglas ab
Wir führen die Kalibrierung im Anschluss an den Scheibenaustausch fachgerecht nach Herstellervorgabe durch — sowohl in unserer Werkstatt in Hürth als auch mobil vor Ort in ganz NRW, sofern die Örtlichkeit die nötige Fläche und Sicht für die Zieltafeln bzw. eine Probefahrt zulässt. Der Spezialkleber der neuen Scheibe muss dabei ausreichend ausgehärtet sein, bevor kalibriert wird — üblicherweise ist die Scheibe nach 1 bis 3 Stunden fahrbereit, voll belastbar nach rund 48 Stunden. Erst danach übergeben wir Ihr Fahrzeug mit vollständig funktionierenden Assistenzsystemen.